Wie stellt man das Buch Studierenden zur Verfügung?

Liebe Kolleginnen und Kollegen, mein Buch ist nicht nur umsonst und frei, sondern offen. Jeder kann es kopieren, verkaufen, umschreiben usw. Es muss lediglich mein Name bei der Weitergabe angemessen genannt werden. Damit der Verlag und ich aber besser über die LeserInnenzahlen des Buches bescheid wissen und das OpenAccess-Prinzip durch gute dokumentierte Download-Zahlen zusätzlichen Vortrieb erhält, bitte ich Sie, Studierenden immer nur den Link zur Seite von Language Science Press zum individuellen Download zur Verfügung zu stellen, anstatt das Buch z.B. in eine Lernplattform einzustellen. Das ist natürlich nur eine Bitte, die Lizenz ist frei und offen. Vielen Dank!

Zweite Auflage jetzt rechtzeitig zum Wintersemester 2016/2017 verfügbar

Ich sehe in der Arbeit an OpenAccess-Büchern unter anderem eine Chance, das erfolgreiche Prinzip Release early, release often aus der Softwareentwicklung für Bücher umzusetzen. Die zweite Auflage ist daher schon ein Jahr nach der ersten fertig. In diesem aktualisierten Post bespreche ich die Änderungen und diskutiere ein grundlegendes Problem von Rückmeldungen durch Kollegen und Kolleginnen sowie einen möglichen Fork des Buches – eine weitere Anlehnung an die Softwareentwicklung.

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Verschiedene Transkriptionen der Diphthonge: Ja, wie denn jetzt?

Aus einigen Einführungskursen, in denen EGBD benutzt wird, höre ich, dass es zu Verwirrungen kommt, weil andere Einführungsliteratur, die ggf. parallel benutzt wird, die Diphthonge anders transkribiert. Es geht dabei eigentlich immer darum, dass der zweite Vokal in den verschiedenen Transkriptionen abweicht, nie der erste. Eigentlich habe ich dazu schon alles gesagt und halte auch alternative phonetische Transkriptionen für den Standard schlicht für falsch. Außer auf mein Gehör vertraue ich dabei auf das Standardwerk zur deutschen Aussprache (Krech et al. 2009). Hier aber nochmal eine Übersicht.

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Von welchem Planet kommen die schwachen Substantive?

Die schwachen Substantive wie Linguist, Planet, Mensch, Bär usw. habe ich in der ersten Auflage des Buches (kurz EGBD) in Abschnitt 8.2.4 und in Vertiefung 9 auf S. 231 kurz behandelt. Hier gehe ich etwas tiefer unter Verwendung aktueller Forschungsergebnisse aus einem Artikel von mir (neu eingereicht nach Überarbeitung) auf das Thema ein. Es gibt bei diesen Substantiven gelegentlich Unsicherheiten in der Flexion (dem Linguist oder dem Linguisten ?). Wie und warum? Weiterlesen

Phonologie der Affrikaten

Ulrike Sayatz wies mich darauf hin, dass ich in meinem Beitrag zur Aussprache der Affrikaten im Deutschen zwar über den phonologischen Status der Affrikaten rede, aber nicht ganz klar wird, warum sie nun jeweils ein zugrundeliegendes Segment (“Phonem”) sein sollen (statt zwei). Deshalb hier etwas ausführlicher meine Position dazu. Es ist ein fortgeschritteneres Thema – man sollte Kapitel 4 von EGBD gelesen haben.

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Die sogenannte Aspiration der stimmlosen Plosive (Audio)

Immer wieder liest man, dass die stimmlosen Plosive im Deutschen aspiriert oder behaucht wären. Aspiration bedeutet dabei (einigermaßen richtig, laut Wikipedia), “dass ein Laut […] von einem hörbaren Hauchgeräusch begleitet wird.” In diesem Audio-Beitrag wird gezeigt, dass die Behauptung so falsch ist. Eine Aspiration wäre eine frikativähnliche Koartikulation im Kehlkopfbereich, also wie ein [h]. Das gibt es in vielen Sprachen der Welt, aber die klingen auch ganz anders als Deutsch. Hier einmal ein unaspiriertes und ein aspiriertes /t/ im Mandarin (Quelle: Wikipedia):


Die stimmlosen Plosive sind im Standarddeutschen vielmehr affriziert – also angerieben, wenn man so will. Im Wort Tante werden die /t/-Laute also ein bisschen so artikuliert wie die Affrikate [ts], nur eben mit viel kürzerer Frikativ-Phase. Die frikativartige Koartikulation findet also am Artikulationsort des Plosivs statt, nicht im Kehlkopf (wie bei einer richtigen Aspiration). Außerdem gibt es Ausnahmen zu dieser allgemeinen Regularität, auf die ich im Beitrag einegehe, z.B. vor Nasalen, Liquiden oder hohen vorderen Vokalen.

In meinen Beitrag habe ich auch aus zwei aktuellen Tagesschauen eindeutige Belege eingeschnitten.

Die Diphthonge (Audio)

Ich bespreche hier nur die Artikulation der ei und au-Diphthonge. Es geht vor allem darum, zu zeigen bzw. vorzusprechen, dass es sich phonetisch um Diphthonge handelt, deren zweites Element nicht /i/ bzw. /u/, sondern /e/ bzw. /o/ ist. Gezeigt wird außerdem, dass genau diese phonetische Eigenschaft des Deutschen in Fremdsprachen zu einer markanten Eigenschaft des deutschen Akzents wird (“Ei, oh Ei…”).

Die Details zu eu sind ähnlich und stehen im Buch. Als Übung: Genau hinhören bei eu!

Der uvulare Frikativ oder “ach”-Laut (Audio)

Ein kleiner Exkurs zum Artikulationsort vom sogenannten ach-Laut. Bei mir steht, er wäre uvular [X], manchal wird er aber auch als velar [x] bezeichnet. Am Velum (weichen Gaumen) werden ansonsten im Deutschen nur die Plosive [k] und [g] artikuliert, und das ist deutlich weiter vorne als der Artikulationsort des [X].

In dem Audiobeitrag spreche ich die entsprechenden Realisierungen vor, die mich veranlassen, den Laut als uvular zu beschreiben.

Der Glottalplosiv (Audio)

Eine etwas ausführliche Ausführung zum glottalen Plosiv vor Wörtern (bzw. genauer gesagt vor betonten Silben und wortanlautenden Silben), die phonologisch gesehen einen vokalischen Anlaut haben. Also [?a:s] für usw. Das ist ein wichtiges Thema, weil man sich als Erstsprecher des Deutschen oft gar nicht bewusst ist, dass er existiert. Das liegt einerseits daran, dass dieser Plosiv in der segmentalen Phonologie (im Gegensatz zur Phonetik) des Deutschen nicht vorkommt, weil er nicht distinktiv ist. Andererseits ist er phonetisch und akustisch eben auch kein deutlicher Knalllaut wie [t] oder [p]. Er ist vor allem daran zu erkennen, dass die Vokalartikulation nicht gleitend, sondern abrupt einsetzt.

Im Beitrag versuche ich, ein paar deutsche Sätze ohne den glottalen Plosiv vor Vokalen zu artikulieren.

Artikulation der Affrikaten (Audio)

Hier ein kleiner Audiobeitrag zur Artikulation der Affrikaten wie in Pfanne [pf] oder Zange [ts]. Es gibt phonetisch drei davon, wobei der dritte (vgl. Matsch [tS]) nicht im Anlaut von Wörtern im Kernwortschatz vorkommt. Wörter wie Chips, tschechisch oder tschingderassabum sind sämtlich Lehnwörter oder im weiteren Sinn lautmalerisch. Für die Phonetik spielt das aber keine Rolle, und hier werden deshalb alle drei besprochen.

Zusatzaufgabe: Ab ca. 0:45 erkläre ich, dass Wörter mit anlautenden Affrikaten oft mit einfachem Frikativ ausgesprochen werden (Pfanne wie Fanne und Chips wie Schips). Warum passiert das bei der alveolaren Affrikate (wie in Zange) nie?