Zweite Auflage jetzt rechtzeitig zum Wintersemester 2016/2017 verfügbar

 

Alles wird besser!

Die zweite Auflage war meiner Ansicht nach nötig. Es gab reichlich Stilistisches zu bemängeln, das mir wahrscheinlich (zumindest mit etwas Distanz zum Text) mehr aufgefallen ist als den meisten anderen Lesern. Daher ist kein Kapitel unangetastet geblieben. Außerdem habe ich die Gliederungsebenen auf eine Tiefe von maximal drei beschränkt. Es gibt also Abschnitte wie 3.2.1, aber nicht mehr 4.3.2.1 oder Ähnliches. Das Layout der Boxen und Vertiefungen wurde von der Designerin von Language Science Press überarbeitet. Die aktuelle Fassung auf GitHub setzt das Design noch nicht perfekt um. Bis auf hier und da einen Millimeter mehr oder weniger stimmt es aber. Das Buch sieht also erheblich besser aus! Am Ende des Posts sind alle wesentlichen inhaltlichen Änderungen aufgelistet. Ein genereller Aspekt der Überarbeitung verdient allerdings besondere Beachtung.

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Probeklausuren

Als Zusatzmaterial gibt es hier Probeklausuren, passend zu der zweiten Auflage von EGBD, jeweils als DOCX und PDF. Die Klausuren stehen wie alle Materialien auf dieser Seite unter der üblichen CC-BY-Lizenz. Mit anderen Worten: Sie stehen zur freien Verfügung, sofern die Quelle genannt wird.

Verschiedene Transkriptionen der Diphthonge: Ja, wie denn jetzt?

Aus einigen Einführungskursen, in denen EGBD benutzt wird, höre ich, dass es zu Verwirrungen kommt, weil andere Einführungsliteratur, die ggf. parallel benutzt wird, die Diphthonge anders transkribiert. Es geht dabei eigentlich immer darum, dass der zweite Vokal in den verschiedenen Transkriptionen abweicht, nie der erste. Eigentlich habe ich dazu schon alles gesagt und halte auch alternative phonetische Transkriptionen für den Standard schlicht für falsch. Außer auf mein Gehör vertraue ich dabei auf das Standardwerk zur deutschen Aussprache (Krech et al. 2009). Hier aber nochmal eine Übersicht.

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Von welchem Planet kommen die schwachen Substantive?

Die schwachen Substantive wie Linguist, Planet, Mensch, Bär usw. habe ich in der ersten Auflage des Buches (kurz EGBD) in Abschnitt 8.2.4 und in Vertiefung 9 auf S. 231 kurz behandelt. Hier gehe ich etwas tiefer unter Verwendung aktueller Forschungsergebnisse aus einem Artikel von mir (neu eingereicht nach Überarbeitung) auf das Thema ein. Es gibt bei diesen Substantiven gelegentlich Unsicherheiten in der Flexion (dem Linguist oder dem Linguisten ?). Wie und warum? Weiterlesen

Phonologie der Affrikaten

Ulrike Sayatz wies mich darauf hin, dass ich in meinem Beitrag zur Aussprache der Affrikaten im Deutschen zwar über den phonologischen Status der Affrikaten rede, aber nicht ganz klar wird, warum sie nun jeweils ein zugrundeliegendes Segment („Phonem“) sein sollen (statt zwei). Deshalb hier etwas ausführlicher meine Position dazu. Es ist ein fortgeschritteneres Thema – man sollte Kapitel 4 von EGBD gelesen haben.

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Die sogenannte Aspiration der stimmlosen Plosive (Audio)

Immer wieder liest man, dass die stimmlosen Plosive im Deutschen aspiriert oder behaucht wären. Aspiration bedeutet dabei (einigermaßen richtig, laut Wikipedia), „dass ein Laut […] von einem hörbaren Hauchgeräusch begleitet wird.“ In diesem Audio-Beitrag wird gezeigt, dass die Behauptung so falsch ist. Eine Aspiration wäre eine frikativähnliche Koartikulation im Kehlkopfbereich, also wie ein [h]. Das gibt es in vielen Sprachen der Welt, aber die klingen auch ganz anders als Deutsch. Hier einmal ein unaspiriertes und ein aspiriertes /t/ im Mandarin (Quelle: Wikipedia):


Die stimmlosen Plosive sind im Standarddeutschen vielmehr affriziert – also angerieben, wenn man so will. Im Wort Tante werden die /t/-Laute also ein bisschen so artikuliert wie die Affrikate [ts], nur eben mit viel kürzerer Frikativ-Phase. Die frikativartige Koartikulation findet also am Artikulationsort des Plosivs statt, nicht im Kehlkopf (wie bei einer richtigen Aspiration). Außerdem gibt es Ausnahmen zu dieser allgemeinen Regularität, auf die ich im Beitrag einegehe, z.B. vor Nasalen, Liquiden oder hohen vorderen Vokalen.

In meinen Beitrag habe ich auch aus zwei aktuellen Tagesschauen eindeutige Belege eingeschnitten.

Die Diphthonge (Audio)

Ich bespreche hier nur die Artikulation der ei und au-Diphthonge. Es geht vor allem darum, zu zeigen bzw. vorzusprechen, dass es sich phonetisch um Diphthonge handelt, deren zweites Element nicht /i/ bzw. /u/, sondern /e/ bzw. /o/ ist. Gezeigt wird außerdem, dass genau diese phonetische Eigenschaft des Deutschen in Fremdsprachen zu einer markanten Eigenschaft des deutschen Akzents wird („Ei, oh Ei…“).

Die Details zu eu sind ähnlich und stehen im Buch. Als Übung: Genau hinhören bei eu!

Der uvulare Frikativ oder „ach“-Laut (Audio)

Ein kleiner Exkurs zum Artikulationsort vom sogenannten ach-Laut. Bei mir steht, er wäre uvular [X], manchal wird er aber auch als velar [x] bezeichnet. Am Velum (weichen Gaumen) werden ansonsten im Deutschen nur die Plosive [k] und [g] artikuliert, und das ist deutlich weiter vorne als der Artikulationsort des [X].

In dem Audiobeitrag spreche ich die entsprechenden Realisierungen vor, die mich veranlassen, den Laut als uvular zu beschreiben.

Der Glottalplosiv (Audio)

Eine etwas ausführliche Ausführung zum glottalen Plosiv vor Wörtern (bzw. genauer gesagt vor betonten Silben und wortanlautenden Silben), die phonologisch gesehen einen vokalischen Anlaut haben. Also [?a:s] für usw. Das ist ein wichtiges Thema, weil man sich als Erstsprecher des Deutschen oft gar nicht bewusst ist, dass er existiert. Das liegt einerseits daran, dass dieser Plosiv in der segmentalen Phonologie (im Gegensatz zur Phonetik) des Deutschen nicht vorkommt, weil er nicht distinktiv ist. Andererseits ist er phonetisch und akustisch eben auch kein deutlicher Knalllaut wie [t] oder [p]. Er ist vor allem daran zu erkennen, dass die Vokalartikulation nicht gleitend, sondern abrupt einsetzt.

Im Beitrag versuche ich, ein paar deutsche Sätze ohne den glottalen Plosiv vor Vokalen zu artikulieren.

Artikulation der Affrikaten (Audio)

Hier ein kleiner Audiobeitrag zur Artikulation der Affrikaten wie in Pfanne [pf] oder Zange [ts]. Es gibt phonetisch drei davon, wobei der dritte (vgl. Matsch [tS]) nicht im Anlaut von Wörtern im Kernwortschatz vorkommt. Wörter wie Chips, tschechisch oder tschingderassabum sind sämtlich Lehnwörter oder im weiteren Sinn lautmalerisch. Für die Phonetik spielt das aber keine Rolle, und hier werden deshalb alle drei besprochen.

Zusatzaufgabe: Ab ca. 0:45 erkläre ich, dass Wörter mit anlautenden Affrikaten oft mit einfachem Frikativ ausgesprochen werden (Pfanne wie Fanne und Chips wie Schips). Warum passiert das bei der alveolaren Affrikate (wie in Zange) nie?