Die sogenannte Aspiration der stimmlosen Plosive (Audio)

Immer wieder liest man, dass die stimmlosen Plosive im Deutschen aspiriert oder behaucht wären. Aspiration bedeutet dabei (einigermaßen richtig, laut Wikipedia), „dass ein Laut […] von einem hörbaren Hauchgeräusch begleitet wird.“ In diesem Audio-Beitrag wird gezeigt, dass die Behauptung so falsch ist. Eine Aspiration wäre eine frikativähnliche Koartikulation im Kehlkopfbereich, also wie ein [h]. Das gibt es in vielen Sprachen der Welt, aber die klingen auch ganz anders als Deutsch. Hier einmal ein unaspiriertes und ein aspiriertes /t/ im Mandarin (Quelle: Wikipedia):


Die stimmlosen Plosive sind im Standarddeutschen vielmehr affriziert – also angerieben, wenn man so will. Im Wort Tante werden die /t/-Laute also ein bisschen so artikuliert wie die Affrikate [ts], nur eben mit viel kürzerer Frikativ-Phase. Die frikativartige Koartikulation findet also am Artikulationsort des Plosivs statt, nicht im Kehlkopf (wie bei einer richtigen Aspiration). Außerdem gibt es Ausnahmen zu dieser allgemeinen Regularität, auf die ich im Beitrag einegehe, z.B. vor Nasalen, Liquiden oder hohen vorderen Vokalen.

In meinen Beitrag habe ich auch aus zwei aktuellen Tagesschauen eindeutige Belege eingeschnitten.

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