Einige Teilnehmer*innen meiner Vorlesung bzw. Leser*innen meines Buchs finden die Termini Lizenzierung, Rektion, Valenz, Dependenz (und die zugehörigen Verben) sowie die verwandten Begriffe Ergänzung, Angabe usw. schwierig. Ich grenze deshalb alles nochmal voneinander ab, ohne mich kleinteilig auf die Definitionen im Buch zu beziehen. Ich zeige in diesem mittelschweren Beitrag, dass der entscheidende Punkt die Unterscheidung zwischen Ergänzungen und Angaben ist. Am Ende gibt es eine Übersicht über einige mögliche Tests (ob etwas eine Ergänzung oder Angabe ist) und eine Übung. Stellen Sie gerne Fragen in den Kommentaren, wenn Sie Probleme mit der weiteren Analyse haben.

 

Allgemein

Alle Begriffe, um die es hier geht, beziehen sich auf Relationen zwischen Wörtern (ggf. Phrasen) im Satz. Am wenigsten trifft diese Aussage auf den Begriff Valenz zu, da Valenz eine lexikalische Eigenschaft von Wörtern ist, die dann im Satz dazu führt, dass Relationen bestehen.

 

Lizenzierung

In der Schulgrammatik wird oft so etwas gesagt wie „Transitive Verben verlangen einen Nominativ und einen Akkusativ.“ Dasselbe steckt hinter Formulierungen wie „Das Subjekt und die Objekte kannst du nicht weglassen, die adverbialen Bestimmungen aber schon.“ Solche Formulierungen gehen aber leider an der Generalisierung, die eigentlich beschrieben werden soll, komplett vorbei. Man kann auch einfach sagen, diese Behauptungen sind falsch. Es gibt durchaus weglassbare (optionale) Objekte wie in (1) und de facto nicht weglassbare adverbiale Bestimmungen wie in (2). Manche Verben verlangen allerdings tatsächlich immer bestimmte Objekte, die nicht weglassbar sind, wie in (3).

(1a) Wir lesen [den Roman].

(1b) Wir lesen.

(2a) Wir wohnen [in Berlin].

(2b) *Wir wohnen.

(3a) Wir verzehren [den Salat].

(3b) *Wir verzehren.

Mit dem Kriterium der Weglassbarkeit wird es also nichts, wenn wir den Unterschied zwischen [den Roman] in (1a) und [in Berlin] in (2a) herausarbeiten wollen. Besser ist die Überlegung, was darüber entscheidet, ob wir eine Einheit (hier immer eine Phrase) in einem Satz überhaupt verwenden können. Wenn wir z.B. kein normales Substantiv (Appellativum) in einem Satz haben, können wir kein attributives Adjektiv verwenden, s. (4). In (4a) ist das attributive Adjektiv erfolgreich verwendbar, weil das Appellativum Kollegin im Satz vorkommt. Ersetzen wir die Kollegin durch Sandra (4b), ist ein attributives Adjektiv nicht mehr lizenziert, kann also nicht vorkommen. (Ich nehme hier an, dass im Standard Eigennamen nicht mit Artikel verwendet werden können, also: *die Sandra. In einigen Gegenden geht das natürlich, aber das sind dann auch andere Sprachen als der Standard.)

(4a) Die [erfolgreiche] Kollegin hält einen Vortrag.

(4b) Sandra hält einen Vortrag.

Zurück zu den Objekten und den sog. adverbialen Bestimmungen. Ein Akkusativ wie den Roman in (1a) kann nicht in jedem beliebigen Satz auftauchen, s. (5).

(5) *Sandra schläft [den Roman].

Wie kommt es also, dass den Roman in (5) nicht vorkommen kann? Es liegt offensichtlich daran, dass ein besonderes Verb im Satz vorkommen muss, das es überhaupt erst ermöglicht, dass ein Akkusativ wie den Roman auftritt. Solche Verben sind die sogenannten transitiven Verben. Es ist dabei unerheblich, ob ein Satz mit einem transitivem Verb und einem entsprechenden Akkusativ semantisch plausibel ist. Auch wenn einige der Sätze in (6) ziemlich absurd klingen, sind sie trotzdem grammatisch.

(6a) Wir lesen [den Roman].

(6b) Wir verspeisen [den Roman].

(6c) Wir überfahren [den Roman].

(6d) Wir kochen [den Roman].

Das ist mit Lizenzierung gemeint. Bestimmte Wörter/Phrasen ermöglichen erst das Auftreten anderer Wörter/Phrasen im Satz. Sie lizenzieren diese.

Hinweis: Es gibt z.B. temporale adverbiale Akkusative wie den ganzen Tag, die sich anders verhalten als die hier besprochenen Akkusative. Die entsprechende Interpretation ist bei den Roman ausgeschlossen.

 

Rektion

Rektion geht oft mit Lizenzierung einher, muss es aber nicht. Sie liegt immer dann vor, wenn ein Wort A bestimmte eine bestimmte Form eines anderen Wortes B verlangt. Das ist unabhängig davon, ob B obligatorisch mit A auftreten muss oder nicht. Der einfachste Fall ist Kasusrektion. Präpositionen lizenzieren eine Nominalphrase (NP), und diese NP kann außerdem nicht weggelassen werden. Sie ist obligatorisch. Zusätzlich ist der Kasus der NP festgelegt, wie (7) zeigt.

(7a) Wegen [den Kindern] kann der Kollege nicht zur Arbeit kommen.

(7b) *Wegen [die Kinder] kann der Kollege nicht zur Arbeit kommen.

(7b) ist ungrammatisch, weil die Kinder den falschen Kasus hat und damit nicht die Rektionsanforderung von wegen erfüllt. Es gibt aber nicht nur Kasusrektion. In (8) wird die Präposition unter in der Präpositionalphrase (PP) unter Diskriminierung von dem Verb leiden regiert.

(8a) Weltweit leiden Menschen [unter Diskriminierung].

(8a) *Weltweit leiden Menschen [neben Diskriminierung].

Von der Rektion zu Unterscheiden ist die Kongruenz, bei der lediglich eine Übereinstimmung von Merkmalen gefordert wird. In einer NP müssen die Artikelwörter, Adjektive und das Kopf-Substantiv z.B. im Numerus übereinstimmen, aber diese Forderung geht nicht von einem der Wörter aus und alle betreffenden Wörter haben dieses Merkmal. Verben regieren aber z.B. Kasus, ohne ihn selber zu haben.

 

Valenz (inkl. Ergänzungen und Angaben)

Valenz ist – wie eingangs erwähnt – eine lexikalische Eigenschaft von Wörtern. Das bedeutet, dass bestimmte Präpositionen, Verben, Nomina, Adjektive usw. sie als nicht veränderbares (statisches) Merkmal mitbringen. Die Valenz ist die Liste der Ergänzungen eines Worts. Die Ergänzungen eines Worts W sind die Wörter/Phrasen, die von W spezifisch lizenziert und regiert werden, unabhängig davon, ob sie obligatorisch oder fakultativ sind. Die NP den Roman beim Verb lesen wird – wie ich oben erklärt habe – von lesen lizenziert. Außerdem wird der Kasus der NP (Akkusativ) von lesen regiert. Wenn wir z.B. den Dativ dem Roman einsetzen, wird der Satz ungrammatisch wie in (9).

(9) *Wir lesen [dem Roman].

Im Unterschied dazu wird der Kasus oder die Präposition von im Universum in (10) in keiner Art und Weise vom Verb leben regiert, und im Universum kann daher keine Ergänzung sein. Es ist eine Angabe.

(10) Wir schliefen [im Universum].

Ich habe oben geschrieben, dass ein Wort ein anderes Wort/eine andere Phrase spezifisch lizenzieren muss, damit die Lizenzierung als Valenz angesehen werden kann. Das hat damit zu tun, dass Angaben typischerweise von allen Wörtern einer Wortklasse lizenziert werden. Damit ist diese Lizenzierung also keine Eigenschaft eines bestimmten Worts dieser Klasse mehr. In (11) zeige ich, dass die Angabe schnell im Grunde bei jedem verb lizenziert ist. Die Sätze klingen ggf. etwas seltsam, weil bestimmte Angaben semantisch inkompatibel zu Verben bzw. Sätzen sind, aber die Sätze bleiben grammatisch.

(11a) Wir aßen schnell.

(11b) Wir schnarchten schnell.

(11c) Sterne vom Typ O vergehen schnell.

(11d) Wir kauften die Corvette schnell.

(11e) Ich gab meiner Kollegin schnell den Artikel.

(11f) Weltweit leiden Menschen schnell unter Diskriminierung.

Es gibt Ergänzungen (und damit Valenz) nicht nur beim Verb. Präpositionen haben z.B. immer eine NP (selten ggf. auch eine weitere PP) auf ihrer Valenzliste. Adjektive regieren oft weitere Phrasen, wie von Sandras Leistung als Ergänzung zu begeistert in (12).

(12) Die [[von Sandras Leistung] begeisterten] Betreuer*innen gaben ihr die Bestnote.

Substantive haben ebenfalls oft Valenz, wobei die Ergänzungen von Substantiven immer fakultativ (also weglassbar) sind. Das wird in (13) gezeigt.

(13) Das Leiden [vieler Menschen] [unter Diskriminierung] ist bedrückend.

In (13) hat das Substantiv Leiden eine ähnliche Valenz wie das Verb leiden. Es gibt die Ergänzung mit unter wie beim Verb, und der Nominativ des Verbs taucht als Genitiv vieler Menschen beim Substantiv auf.

Ich muss zum Schluss leider zugeben, dass der Sprachgebrauch „x verlangt y“ (oder ähnlich) leider bei vielen Kolleg*innen und auch bei mir für „y ist eine Ergänzung zu x“ verwendet wird, obwohl er irreführend ist. Unter Lizenzierung weiter oben haben wir gesehen, dass es besser heißen müsste „x lizenziert y“. Wenn man von „verlangen“ oder „fordern“ redet, klingt das schon sehr nach dem Irrtum der Schulgrammatik, man könne Ergänzungen und Angaben daran auseinanderhalten, ob eine Phrase stehen muss oder nicht.

Mit leichten Abweichungen bei den Definitionen gibt es für Ergänzungen und Angaben leider eine Vielfalt an Bezeichnungen. Ergänzungen werden u.a. als Komplemente, Argumente oder (nur beim Verb) Subjekte und Objekte bezeichnet. Angaben heißen u.a. auch freie Angaben, Adjunkte, adverbiale Bestimmungen, Adverbiale.

 

Dependenz (nicht so relevant in EGBD)

Dependenz ist ein Begriff, den wir in EGBD nicht unbedingt brauchen, weil wir eine Phrasenstruktursyntax haben. Mit einer Phrasenstrukturanalyse können wir ganz einfach sagen, dass alle Konstituenten einer Phrase (außer der Kopf selber) zum Kopf dependent sind. Die dependenten Konstituenten sind also alle Ergänzungen und Angaben eines Kopfes. In (14) und (15) sind demnach alle eingeklammerten Konstituenten dependent zu dem jeweils fettgedruckten Kopf. Ich habe die Angaben in ( ) und die Ergänzungen in [ ] gesetzt.

(14) Ich erinnere mich, dass [Sandra] (letzte Woche) [den Roman] (gerne) [ihrer Kollegin] schenkte.

(15) [Sandras] (unerschütterlichen) Glauben [an die Quantennatur des Universums], (über den wir gestern sprachen), finde ich beeindruckend.

Anmerkung für Interessierte: Im Unterschied zur Phrasenstrukturgrammatik basiert die echte Dependenzgrammatik nur auf Relationen zwischen einzelnen Wörtern. Eigentlich wären in (14) und (15) nur die jeweiligen Köpfe zu den Verben die dependenten Elemente. Also ganz korrekt:

  • In (14) sind Sandra, Woche, Roman, gerne und Kollegin zu schenkte dependent.
  • In (15) sind Sandras, unerschütterlichen, an und über zu Glauben dependent.

Die anderen Wörter der Phrase sind dann zu den jeweiligen Köpfen dependent, also in (14) letzte zu Woche und ihrer zu Kollegin. Die Dependenztheorie spielt in EGBD aber leider nur eine untergeordnete Rolle, weil ich nicht alles in das Buch packen konnte, was ich interessant finde.

 

Abschluss

Ich hoffe, diese etwas andere Darstellung hat geholfen, die Unterschiede zu verstehen. Vielleicht helfen abschließend auch die folgenden Aussagen, die Zusammenhänge und Unterschiede zu verstehen.

  • Lizenzierung liegt immer dann vor, wenn ein Wort/eine Phrase das Auftreten eines anderes Worts/einer anderen Phrase in einem Satz überhaupt erst ermöglicht.
  • Ergänzungen werden von Wörtern spezifisch lizenziert.
  • Angaben werden unspezifisch von allen Wörtern einer Wortklasse lizenziert.
  • Alle Angaben sind optional, Ergänzungen sind mal optional und mal obligatorisch.
  • Nur Ergänzungen eines Worts stehen auf der Valenzliste eines Worts, Angaben nicht.
  • Auf der Valenzliste eines Worts stehen nur dessen Ergänzungen und sonst nichts.
  • Alle Ergänzungen sind regiert.
  • Alle Ergänzungen und Angaben zu einem Kopf sind dependent zu diesem Kopf.
  • Im Wesentlichen sind die zu einem Kopf dependenten Einheiten die unspezifisch und spezifisch von diesem Kopf lizenzierten Einheiten.

 

Übung

Welche möglichen Übungen gibt es zum Thema dieses Artikels? Die Dependenzen in einem Satz zu erkennen, ist im Prinzip dieselbe Aufgabe wie eine syntaktische Analyse in einer Phrasenstrukturgrammatik. Das wäre also im Rahmen von EGBD an dieser Stelle nicht angebracht. Den Begriff der Lizenzierung benötigen wir nur, um Ergänzungen und Angaben zu unterscheiden. Wenn wir diese unterschieden haben, kennen wir die Valenz, denn diese ist lediglich die Liste der Ergänzungen. Am besten üben wir also, Ergänzungen von Angaben zu unterscheiden. Das ist die Kernaufgabe des gesamten Themenkomplexes. Es kommt hinzu, dass Ergänzungen und Angaben sowie Valenz im Bereich der Verben (als die prominentesten Wörter mit Valenz) als am wichtigsten gelten. Wir nehmen also am besten einen beliebigen Text und suchen zu jedem Verb die Ergänzungen und Angaben.

Tests und Kriterien auf Ergänzungsstatus, die zum Einsatz kommen können:

  1. Wenn eine Phrase bei einem Verb nicht weglassbar ist, ist sie (nahezu) immer eine Ergänzung.
  2. Wenn ein Akkusativ eines Aktivsatzes bei der Passivierung (Vorgangspassiv) zum Nominativ wird, ist er immer eine Ergänzung.
  3. Wenn ein Dativ eines Aktivsatzes bei der Passivierung (Rezipientenpassiv/Dativpassiv) zum Nominativ wird, ist er immer eine Ergänzung.
  4. Wenn eine PP bei der Applikativbildung mit be- zum Akkusativ wird, ist sie beim nicht-appliktiven Verb eine Angabe. Zu dem Satz „Ich gehe [auf der Straße].“ wäre „Ich begehe [die Straße].“ der Satz mit applikativem Verb, denn nicht-applikatives gehen wird zu applikativem begehen. Bei der Veränderung des Verbs wird aus der PP auf der Straße ein Akkusativ die Straße. Also ist auf der Straße beim nicht-applikativen Verb gehen eine Angabe.
  5. Wenn eine Phrase ihre Bedeutung auch ohne das Verb eindeutig behält (z.B. Zeitangabe, Ortsangabe usw.), ist sie tendentiell eine Angabe.
  6. Wenn eine Präposition ihre lokale, temporale, kausale usw. Bedeutung bei einem Verb verloren hat (z.B. glauben an, leiden unter, antworten auf), ist die zugehörige PP wahrscheinlich eine Ergänzung.
  7. Wenn eine Präpositionalphrase „ausgekoppelt“ werden kann, ist sie eine Angabe. Auskopplung geht nach dem Schema:

Wir leiden [unter Diskriminierung]. → *Wir leiden. Dies geschieht [unter Diskriminierung]

Erfolglose Auskopplung. Also ist [unter Diskriminierung] eine Ergänzung.

Wir lesen [unter dem Vordach]. → Wir lesen. Dies geschieht [unter dem Vordach]

Erfolgreiche Auskopplung. Also ist [unter dem Vordach] eine Angabe.

 

Ich habe den Eintrag „Techno“ aus der Wikipedia als Übungstext gewählt. Für den ersten Absatz ist die Aufgabe gelöst. Die lexikalischen Verben habe ich jeweils fett und die zugehörigen Ergänzungen in [ ] und die zugehörigen Angaben in ( ) gesetzt. Zusammengehörige Perioden wurden farblich abgesetzt. Kopulasätze (mit seinbleiben, werden) habe ich nicht analysiert, weil die Kopula kein lexikalisches Verb ist. Kommentare stehen in { }.

 

Wikipedia: „Techno“ (26. Dezember 2019)

Einführung

Techno ist eine Musikrichtung, die in der zweiten Hälfte der 1980er-Jahre durch die Verschmelzung mehrerer Stilarten der elektronischen Tanzmusik entstanden ist. [Als Basis] dient (insbesondere) [der minimalistische, bassdrum-betonte Grundrhythmus der House-Musik]. [Weitere essentielle Elemente] zieht [Techno] [aus den elektronisch generierten, meist in Europa entwickelten Stilen der 1970er- und 1980er-Jahre]. [Der in der Anfangszeit noch als „Techno House“ bezeichnete Stil]₁ erlebte (im Verlauf der 1990er-Jahre) [eine Blütezeit] und {hier Ellipse des Nominativs […]₁ bzw. VP-Koordination mit extrahiertem Nominativ} brachte zahlreiche Unterarten hervor. (Rund um die Musik) existiert [eine eigene Jugendkultur, die Technoszene]. [„Techno“] wird auch [als Oberbegriff für verschiedene, miteinander verwandte Stilrichtungen der elektronischen Tanzmusik] verwendet. (In diesem Zusammenhang) knüpft [er] [an das Verständnis der 1980er-Jahre] an, (als „Techno“ eine Funktion als Sammelbezeichnung für „technologisch-fortschrittliche Musik“ innehatte). {Der Satz mit als ist wahrscheinlich aus der NP [das Verständnis…] nach rechts versetzt. Dann wäre er keine Angabe zu knüpft, sondern zu 1980er-Jahre.}

Stilistische Merkmale

Der Musikstil Techno bezeichnet synthetisch produzierte, meist vordergründig rhythmusorientierte Tanzmusik. Charakteristisch ist der 4/4-Takt, mit einer Betonung jedes Viertels durch eine elektronische Bass Drum und die (meist offene) Hi-Hat auf den geraden Achteln. Ergänzende Elemente sind die geschlossene Hi-Hat auf allen Sechzehntel-Noten und Snare Drum oder Handclap auf jedem zweiten Viertel. Der Harmonielehre folgende Akkorde sind von untergeordneter Bedeutung, stattdessen wird oft mit einzelnen Klängen und deren Zusammenwirken experimentiert. Die Klangfarben pendeln dabei zumeist im industriellen beziehungsweise metallischen Bereich. Die Kompositionen basieren auf sogenannten repetitiven Arrangements. Sie bauen sich jedoch häufig durch Hinzunahme von Effekten, Flächenklängen oder durch das Einstreuen einzelner Perkussionselemente, die sich nahtlos in das Rhythmusmuster einfügen, stufenweise auf.

Produktion

Da Techno mit Hilfe von elektronischen Geräten erzeugt wird, ist es nicht nötig, dass der Komponist ein klassisches Instrument (wie z. B. Klavier) beherrscht. Vor allem die Verwendung von Computern und Sequenzern zur Steuerung von Tasteninstrumenten hat Techno den Ruf von „Billigmusik“ eingebracht. Vielerorts wurden Ausdrücke wie „Plastikmüll“ oder „Elektroschrott“ verwendet. Trotzdem gibt es viele Musiker, die sich der Techno-Produktion über künstlerische Aspekte und intellektuelle Betrachtungsweisen genähert haben. Herkömmliche Song-Strukturen wurden über Bord geworfen und durch neue Ideen ersetzt. Eine wichtige Rolle spielten hierbei unter anderem die Musiklabel R&S Records, Mille Plateaux und Warp mit Produzenten wie Cristian Vogel, Wolfgang Voigt und Richard D. James.

[https://de.wikipedia.org/wiki/Techno]

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