Die schwachen Substantive wie Linguist, Planet, Mensch, Bär usw. habe ich in der ersten Auflage des Buches (kurz EGBD) in Abschnitt 8.2.4 und in Vertiefung 9 auf S. 231 kurz behandelt. Hier gehe ich etwas tiefer unter Verwendung aktueller Forschungsergebnisse aus einem Artikel von mir (neu eingereicht nach Überarbeitung) auf das Thema ein. Es gibt bei diesen Substantiven gelegentlich Unsicherheiten in der Flexion (dem Linguist oder dem Linguisten ?). Wie und warum?Read More →

Ulrike Sayatz wies mich darauf hin, dass ich in meinem Beitrag zur Aussprache der Affrikaten im Deutschen zwar über den phonologischen Status der Affrikaten rede, aber nicht ganz klar wird, warum sie nun jeweils ein zugrundeliegendes Segment („Phonem“) sein sollen (statt zwei). Deshalb hier etwas ausführlicher meine Position dazu. Es ist ein fortgeschritteneres Thema – man sollte Kapitel 4 von EGBD gelesen haben.Read More →

Immer wieder liest man, dass die stimmlosen Plosive im Deutschen aspiriert oder behaucht wären. Aspiration bedeutet dabei (einigermaßen richtig, laut Wikipedia), „dass ein Laut […] von einem hörbaren Hauchgeräusch begleitet wird.“ In diesem Audio-Beitrag wird gezeigt, dass die Behauptung so falsch ist. Eine Aspiration wäre eine frikativähnliche Koartikulation im Kehlkopfbereich, also wie ein [h]. Das gibt es in vielen Sprachen der Welt, aber die klingen auch ganz anders als Deutsch. Hier einmal ein unaspiriertes und ein aspiriertes /t/ im Mandarin (Quelle: Wikipedia): Die stimmlosen Plosive sind im Standarddeutschen vielmehr affriziert – also angerieben, wenn man so will. Im Wort Tante werden die /t/-Laute also ein bisschen soRead More →

Ich bespreche hier nur die Artikulation der ei und au-Diphthonge. Es geht vor allem darum, zu zeigen bzw. vorzusprechen, dass es sich phonetisch um Diphthonge handelt, deren zweites Element nicht /i/ bzw. /u/, sondern /e/ bzw. /o/ ist. Gezeigt wird außerdem, dass genau diese phonetische Eigenschaft des Deutschen in Fremdsprachen zu einer markanten Eigenschaft des deutschen Akzents wird („Ei, oh Ei…“). Die Details zu eu sind ähnlich und stehen im Buch. Als Übung: Genau hinhören bei eu!Read More →

Ein kleiner Exkurs zum Artikulationsort vom sogenannten ach-Laut. Bei mir steht, er wäre uvular [X], manchal wird er aber auch als velar [x] bezeichnet. Am Velum (weichen Gaumen) werden ansonsten im Deutschen nur die Plosive [k] und [g] artikuliert, und das ist deutlich weiter vorne als der Artikulationsort des [X]. In dem Audiobeitrag spreche ich die entsprechenden Realisierungen vor, die mich veranlassen, den Laut als uvular zu beschreiben.Read More →

Eine etwas ausführliche Ausführung zum glottalen Plosiv vor Wörtern (bzw. genauer gesagt vor betonten Silben und wortanlautenden Silben), die phonologisch gesehen einen vokalischen Anlaut haben. Also [?a:s] für aß usw. Das ist ein wichtiges Thema, weil man sich als Erstsprecher des Deutschen oft gar nicht bewusst ist, dass er existiert. Das liegt einerseits daran, dass dieser Plosiv in der segmentalen Phonologie (im Gegensatz zur Phonetik) des Deutschen nicht vorkommt, weil er nicht distinktiv ist. Andererseits ist er phonetisch und akustisch eben auch kein deutlicher Knalllaut wie [t] oder [p]. Er ist vor allem daran zu erkennen, dass die Vokalartikulation nicht gleitend, sondern abrupt einsetzt. Im Beitrag versuche ich, ein paarRead More →

Hier ein kleiner Audiobeitrag zur Artikulation der Affrikaten wie in Pfanne [pf] oder Zange [ts]. Es gibt phonetisch drei davon, wobei der dritte (vgl. Matsch [tS]) nicht im Anlaut von Wörtern im Kernwortschatz vorkommt. Wörter wie Chips, tschechisch oder tschingderassabum sind sämtlich Lehnwörter oder im weiteren Sinn lautmalerisch. Für die Phonetik spielt das aber keine Rolle, und hier werden deshalb alle drei besprochen. Zusatzaufgabe: Ab ca. 0:45 erkläre ich, dass Wörter mit anlautenden Affrikaten oft mit einfachem Frikativ ausgesprochen werden (Pfanne wie Fanne und Chips wie Schips). Warum passiert das bei der alveolaren Affrikate (wie in Zange) nie?Read More →

Wahrscheinlich gibt es in jeder Disziplin populäre Falschheiten, die sich hartnäckig halten. Die Überzeugung, dass man von Kälte an sich eine Erkältung bekommen kann (und nicht etwa nur durch Viren oder Bakterien), ist wohl so ein Fall. Und neulich meinte ein (an sich allgemein gebildeter) Bekannter zu mir, dass Licht ja wohl doppelte Lichtgeschwindigkeit haben müsse, wenn es in Flugrichtung von einem lichtschnellen Fluggerät ausgesendet würde. Dass sich Geschwindigkeiten addieren, kann man sich ja an fünf Alltagsfingern abzählen… Alles falsch! Sicherlich können Wissenschaftler sich auch langfristig irren, aber manche Ergebnisse sind eben theoretisch und empirisch verdammt gut abgesichert. Etwas weniger Tragweite als Epidemien und die Lichtgeschwindigkeit hat die Frage, wie sichRead More →

Weil es schwierig ist, Phonetik durch Lesen in einem Buch zu lernen, gibt es hier 4:30 zu den Artikulationsarten der Konsonanten. In dem Clip gehe ich einfach der Reihe nach nochmal die Artikulationsarten (Plosiv, Frikativ, lateraler Approximant, nasaler Konsonant, Vibrant) der Reihe nach durch. Am besten vorher nochmal die paar Seiten im Buch lesen!   Es folgen weitere Beiträge zu Vokalen, Diphthongen und einigen Feinheiten.Read More →