Der Glottalplosiv (Audio)

Eine etwas ausführliche Ausführung zum glottalen Plosiv vor Wörtern (bzw. genauer gesagt vor betonten Silben und wortanlautenden Silben), die phonologisch gesehen einen vokalischen Anlaut haben. Also [?a:s] für usw. Das ist ein wichtiges Thema, weil man sich als Erstsprecher des Deutschen oft gar nicht bewusst ist, dass er existiert. Das liegt einerseits daran, dass dieser Plosiv in der segmentalen Phonologie (im Gegensatz zur Phonetik) des Deutschen nicht vorkommt, weil er nicht distinktiv ist. Andererseits ist er phonetisch und akustisch eben auch kein deutlicher Knalllaut wie [t] oder [p]. Er ist vor allem daran zu erkennen, dass die Vokalartikulation nicht gleitend, sondern abrupt einsetzt.

Im Beitrag versuche ich, ein paar deutsche Sätze ohne den glottalen Plosiv vor Vokalen zu artikulieren.

Artikulation der Affrikaten (Audio)

Hier ein kleiner Audiobeitrag zur Artikulation der Affrikaten wie in Pfanne [pf] oder Zange [ts]. Es gibt phonetisch drei davon, wobei der dritte (vgl. Matsch [tS]) nicht im Anlaut von Wörtern im Kernwortschatz vorkommt. Wörter wie Chips, tschechisch oder tschingderassabum sind sämtlich Lehnwörter oder im weiteren Sinn lautmalerisch. Für die Phonetik spielt das aber keine Rolle, und hier werden deshalb alle drei besprochen.

Zusatzaufgabe: Ab ca. 0:45 erkläre ich, dass Wörter mit anlautenden Affrikaten oft mit einfachem Frikativ ausgesprochen werden (Pfanne wie Fanne und Chips wie Schips). Warum passiert das bei der alveolaren Affrikate (wie in Zange) nie?

Populär und falsch: Subjekt–Verb–Objekt

Wahrscheinlich gibt es in jeder Disziplin populäre Falschheiten, die sich hartnäckig halten. Die Überzeugung, dass man von Kälte an sich eine Erkältung bekommen kann (und nicht etwa nur durch Viren oder Bakterien), ist wohl so ein Fall. Und neulich meinte ein (an sich allgemein gebildeter) Bekannter zu mir, dass Licht ja wohl doppelte Lichtgeschwindigkeit haben müsse, wenn es in Flugrichtung von einem lichtschnellen Fluggerät ausgesendet würde. Dass sich Geschwindigkeiten addieren, kann man sich ja an fünf Alltagsfingern abzählen… Alles falsch! Sicherlich können Wissenschaftler sich auch langfristig irren, aber manche Ergebnisse sind eben theoretisch und empirisch verdammt gut abgesichert. Etwas weniger Tragweite als Epidemien und die Lichtgeschwindigkeit hat die Frage, wie sich Wörter im deutschen Satz aufreihen. Aber falsch ist auch hier falsch. Weiterlesen

Artikulationsarten der Konsonanten (Audio)

Weil es schwierig ist, Phonetik durch Lesen in einem Buch zu lernen, gibt es hier 4:30 zu den Artikulationsarten der Konsonanten. In dem Clip gehe ich einfach der Reihe nach nochmal die Artikulationsarten (Plosiv, Frikativ, lateraler Approximant, nasaler Konsonant, Vibrant) der Reihe nach durch. Am besten vorher nochmal die paar Seiten im Buch lesen!

 

Es folgen weitere Beiträge zu Vokalen, Diphthongen und einigen Feinheiten.